Frau Kalisch im Interview

Was macht eine Oberbürgermeisterin eigentlich den ganzen Tag, und welche Ziele verfolgt sie für die Stadt? Diese und weitere Fragen haben wir unserer Oberbürgermeisterin Frau Kalisch in einem persönlichen Interview gestellt. Hier lest ihr die Antworten im Überblick:

Vollgetextet: Was hat Sie ursprünglich dazu motiviert, in die Kommunalpolitik zu gehen?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Ich habe in vielen Bereichen gearbeitet und schon als Jugendliche mein eigenes Geld verdient. Ich bin außerdem Kampfsportlerin und hatte immer mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. Das hilft mir heute, denn als Oberbürgermeisterin muss ich verschiedene Lebenswelten verstehen und mit allen ins Gespräch kommen. Ich habe ein Unternehmen gegründet und weiß, wie es ist, Arbeitgeberin zu sein – aber auch, wie es ist, im Niedriglohnsektor zu arbeiten. Diese Erfahrungen helfen mir sehr.

Vollgetextet: Welche Fähigkeiten aus Ihrem früheren Berufsleben helfen Ihnen heute besonders in Ihrem Amt?


Oberbürgermeisterin Kalisch: Ich habe in vielen Bereichen gearbeitet und schon als Jugendliche mein eigenes Geld verdient. Ich bin außerdem Kampfsportlerin und hatte immer mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. Das hilft mir heute, denn als Oberbürgermeisterin muss ich verschiedene Lebenswelten verstehen und mit allen ins Gespräch kommen. Ich habe ein Unternehmen gegründet und weiß, wie es ist, Arbeitgeberin zu sein – aber auch, wie es ist, im Niedriglohnsektor zu arbeiten. Diese Erfahrungen helfen mir sehr.

Vollgetextet: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Eigentlich läuft kaum ein Tag so, wie er geplant war. Es kommen ständig unvorhergesehene Themen dazu. Meistens bin ich gegen neun im Büro, beginne aber schon vorher zu Hause mit Telefonaten. Im Rathaus bespreche ich mit meinem Team: Was steht heute an? Was ist dringend? Welche Anfragen gibt es? Dann geht es viel um Termine, Absprachen und Entscheidungen – mit Tochtergesellschaften, dem Personalrat, den Dezernenten oder der Politik. Oft habe ich abends noch Sitzungen oder Veranstaltungen. Meine E-Mails bearbeite ich meist erst zwischen 20 und 22 Uhr, und häufig arbeite ich bis etwa Mitternacht.

Vollgetextet: Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben als Oberbürgermeisterin?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Im Grunde habe ich drei große Aufgabenbereiche. Erstens leite ich die Verwaltung mit rund 1.700 Beschäftigten. Zur Hansestadt gehören außerdem 23 Tochterunternehmen, zum Beispiel die Müllabfuhr, Krankenhäuser, Schwimmbäder oder die Wohnungsbaugesellschaft. Insgesamt sind wir im „Konzern Stadt“ über 5.000 Beschäftigte – das allein ist ein Vollzeitjob. Zweitens bin ich Teil der Politik im Rat: Dort bereiten wir Entscheidungen vor, suchen Mehrheiten und sprechen viel mit den Fraktionen, um Dinge umzusetzen. Drittens gibt es die repräsentativen Aufgaben: Spatenstiche, Grußworte, Gedenkveranstaltungen. Besonders gern spreche ich mit den Bürger:innen – denn die Stadt gestalten wir für uns alle.

Vollgetextet: Wie schaffen Sie es, bei dem Pensum an Terminen und Verantwortung eine Balance zu Ihrem Privatleben zu finden?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Man zahlt für dieses Amt einen Preis: Das Privatleben kommt zu kurz. Ich habe Familie mit zwei Kindern, die mir sehr wichtig sind. Sport, vor allem mein Kampfsport, musste ich stark zurückfahren. Ich mache seit meiner Kindheit Judo, später kam Karate dazu. Im Moment fehlt oft die Zeit dafür. Gut ist, dass ich Karate auch alleine üben kann – zum Beispiel abends oder sogar im Kopf zum Einschlafen. Trotzdem: Es ist nicht mehr so wie früher, und das kann es bei diesem Amt auch nicht sein.

Vollgetextet: Wenn Sie Ihr Wahlprogramm von damals mit dem aktuellen Stand vergleichen: Welche drei Punkte sind aus Ihrer Sicht besonders gut gelungen?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Mir war wichtig, trotz vieler Krisen möglichst viel zu gestalten und zu erhalten. Wir haben zum Beispiel das Theater gesichert und dafür gesorgt, dass es Karstadt in Lüneburg weiterhin gibt. So konnten wir wichtige Infrastruktur bewahren, die anderswo verschwindet. Zweitens habe ich Transparenz und Bürger:innenbeteiligung vorangebracht. In der Grapengießerstraße gibt es jetzt einen Dialograum, und unser Rathaus ist bewusst offen, damit wir mit den Menschen direkt im Gespräch bleiben. Drittens sind wir dem Klima- und Radentscheid beigetreten. Jetzt geht es darum, die beschlossenen Maßnahmen umzusetzen, vor allem im Bereich Verkehr. Dabei ist mir wichtig, alle Verkehrsteilnehmenden im Blick zu haben.

Vollgetextet: Was plant die Stadt in Bezug auf den Bildungspakt 2040?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Der Bildungspakt ist wichtig, um die bauliche Entwicklung und die Entwicklung der Schullandschaft in Lüneburg zusammenzudenken. Was sind die Bedürfnisse der künftigen Jahrzehnte? Wo sind Kooperationen sinnvoll? Viele aktuelle Bauprojekte hängen mit dem Ganztag an Grundschulen zusammen. Der Bund verpflichtet uns, ab August den Ganztag für die ersten Klassen anzubieten. In Lüneburg gehen wir noch weiter: Bei uns soll es Ganztagsangebote für alle Klassenstufen von 1 bis 4 geben; kostenfrei und in guter Qualität. Ich finde, wir dürfen kein Zweiklassensystem schaffen. Wenn das klappt, wären wir richtig gut! Das Ziel ist ehrgeizig, aber es ist ein starkes Signal.

Vollgetextet: Wie beurteilen Sie aktuell den baulichen Zustand der Schulen in Lüneburg, und an welchen Stellen sehen Sie den größten Renovierungs- oder Modernisierungsbedarf?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Wir planen derzeit viele Sanierungen, die in den nächsten ein bis zwei Jahren starten. Eigentlich arbeiten wir an allen Schulen. Trotzdem wirkt es oft so, als passiere nichts, weil es einfach einen sehr großen Bedarf gibt, der nicht so schnell abgearbeitet werden kann. In Sachen Barrierefreiheit müssen wir noch viel nachbessern. Bevor eine Baustelle starten kann, laufen außerdem viele Schritte im Hintergrund: Planung, Ausschreibung, Prüfung, Beschlüsse im Rat, Vergabe der Aufträge. Das ist kompliziert und dauert. Die gute Nachricht ist: Es geht voran, auch wenn man es nicht immer sofort sieht.

Vollgetextet: Zum Abschluss: Welche Botschaft möchten Sie Jugendlichen in Lüneburg mitgeben, die sich für Politik interessieren oder sich engagieren möchten?

Oberbürgermeisterin Kalisch: Nächstes Jahr ist Kommunalwahl und alle ab 16 Jahren dürfen wählen. Bitte geht wählen und unterstützt demokratische Parteien. Wir leben in einer freien Demokratie – das ist nichts Selbstverständliches, wenn man in die Welt blickt. Wer möchte, kann auch selbst aktiv werden: in Jugendorganisationen der Parteien oder im Jugendforum hier in Lüneburg. Ich würde mir wünschen, dass noch mehr junge Menschen mitreden, mitgestalten und den Austausch suchen.

Alle Antworten basieren auf dem Dezember 2025.